Geschäftsstelle:

Schlesierweg 13

29320 Hermannsburg
Tel.: 05052 / 3872

 

E-Mailkontakt

 


Redaktionsschluss für die
56. Ausgabe der
TuS-Vereinsnachrichten
Frühjahr 2018 ist am 30.03.2018


 

 

2. Bundesliga Frauen

Bronze für Reena Matys bei Bremer Judo Open

Zum Abschluss des Judojahres und letztmalig in der Altersklasse U18 setzte sich Reena Matys vom TuS Hermannsburg erfolgreich gegen eine internationale Konkurrenz zur Wehr. Bei den Bremer Open kämpfte sich die 17-Jährige auf den dritten Platz und sicherte sich somit die Bronzemedaille

66b3e5fecd846c49d7842934a81987e8

Hermannsburg. Bei dem stark besetzten Turnier besiegte Reena Matys in der Gewichtsklasse bis 57 kg zum Auftakt die Niederländerin Joyce de Vries bereits nach wenigen Sekunden mit ihrer Spezialtechnik Tai-Otoshi. Dadurch hatte die Hermannsburgerin bereits das Halbfinale erreicht. Dort ging es gegen Sofie Hansson. Trotz heftiger Gegenwehr musste sich Matys der Schwedin und späteren Turniersiegerin nach einer Wertung geschlagen abgeben. Dafür trumpfte sie im Trostrundenfinale auf. Nach mehreren Wertungen gegen Rebecca Redlich (VfL Stade) gewann sie die Bronzemedaille.

Ehemalige Judo-Weltmeisterin Frauke Eickhoff erholt sich von Depression

Seit dem Tod von Robert Enke ist das Thema Depressionen im Profisport in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Auch die ehemalige Hermannsburger Judoka und Weltmeisterin von 1991 Frauke Eickhoff hatte mit der psychischen Erkrankung zu kämpfen. Auf dem Weg der Besserung hat sie eine Trainingseinheit beim TuS Hermannsburg geleitet.

 

HERMANNSBURG. Zu zweit stehen sie sich gegenüber. Die Hände jeweils am weißen Anzug. Konzentriert betrachten sich die acht Paare, bestehend aus elf Frauen und einem Mann. Dann gehen die Hüften ruckartig nach vorne. Die einen versuchen, ihre Partner zu Fall zu bringen, diese blocken ab. "Schöner Einsatz der Hüfte", ruft die ehemalige Weltmeisterin Frauke Eickhoff. Die frühere Profisportlerin steht inmitten der Judokämpfer, die in die Sporthalle des Christian-Gymnasiums Hermannsburg gekommen sind, um am Trainingslager von Judo-Ikone Dieter Wermuth teilzunehmen. Nur: Er leitet diesmal nicht die ganze Trainingseinheit. Stattdessen hat er sich für seine Schüler etwas ganz Besonderes ausgedacht. Nach dem Aufwärmen übernimmt Eickhoff. Die erfolgreichste Judoka, die Wermuth beim TuS Hermannsburg je hervorgebracht hat.

Zu den zahlreichen Erfolgen der 50-Jährigen zählt der dritte Platz bei der Europameisterschaft (EM) 1988, zwei zweite Plätze bei den EMs 1991 und 1992, der fünfte Platz bei den Olympischen Spielen 1992, der Gewinn einer Deutschen Meisterschaft 1995 sowie ihr wohl größter sportlicher Triumph – der Sieg bei der Weltmeisterschaft 1991.

Schon oft hatte Wermuth versucht, seinen ehemaligen Schützling zu einer Trainingsstunde beim TuS zu überreden. Immer ohne Erfolg. "Sie hat gesagt, sie kann kein Judo mehr. Es mache keinen Sinn. Und so weiter bla, bla, bla", sagt Wermuth in seiner direkten Art. "Aber ich bin dran geblieben."

So einfach wollte sich die Hermannsburger Trainerlegende nicht zufriedengeben. Und für "seine Mädels" wäre es ja auch mal eine tolle Sache. "Wann hat man schon mal die Möglichkeit mit einer ehemaligen Weltmeisterin zu trainieren." Also versuchte er es weiter. Bis zum vergangenen Jahr. Da willigte Eickhoff ein. Jedoch nicht ohne Weiteres. "Eigentlich war es ein Geburtstagsgeschenk für mich", sagt Wermuth. Nachdem er es so lange probiert hatte, gab Eickhoff nach. Zu seinem 64. Geburtstag sagte sie ihm zu, einmal ein Training seiner Zweitliga-Judofrauen zu leiten.

Jetzt war es soweit. Nachdem Wermuth etwa eine Stunde lang die Judoka, die fast ausschließlich auf Bundesliga-Niveau trainieren, mit verschiedenen Aufwärmübungen zum Schwitzen gebracht hat, betritt Eickhoff die Halle. Strahlend steht sie auf der Matte. Zuerst folgt eine Begrüßung und eine kurze Kennenlernrunde. Die TuS-Judoka staunen nicht schlecht, als die ehemalige Weltmeisterin vor ihnen steht. Nicht alle wussten, welch prominenter Besuch sich angekündigt hatte.

Zu Beginn erklärt Eickhoff bescheiden: "Ich habe ewig kein Judo mehr gemacht. Deshalb werde ich nicht so viel vorführen, sondern mehr erklären." Dennoch hofft sie, dass alle etwas lernen. "Man sollte von jedem Trainer etwas mitnehmen können", ist Eickhoff überzeugt. Dann geht es los. Die ehemalige Weltmeisterin zeigt, erklärt, lobt und verbessert. Dabei strahlt sie über das ganze Gesicht. Das Training scheint ihr Freude zu bereiten. Und das ist keine Selbstverständlichkeit.

Nicht ohne Grund hatte sie sich lange Zeit geziert, die Einladung ihres alten Mentors anzunehmen. Denn die gebürtige Hermannsburgerin hatte eine schwierige Zeit hinter sich.

Nachdem sie den TuS Hermannsburg verlassen hatte und 1986 zum PSV Braunschweig gewechselt war, um sich sportlich weiterzuentwickeln, lagen zunächst noch ihre größten Erfolge vor ihr. Doch nach dem Sieg bei der Weltmeisterschaft folgte der langsame, aber tiefe Fall, der zu schweren Depressionen führte.

Nach ihrer aktiven Sportlerkarriere machte sie eine Ausbildung zur Trainerin und betreute unter anderem die U17-Nationalmannschaft im Judo. Außerdem studierte sie, um Biologie und Sport zu unterrichten. Ab 1998 arbeitete sie Vollzeit als Lehrerin zunächst in Kaiserslautern dann in Braunschweig. Zu dieser Zeit wurde auch das erste ihrer beiden Kinder geboren und Eickhoff zog sich immer mehr vom Judo zurück. Dabei ging es ihr gesundheitlich immer schlechter. "Ich war Lehrerin, Mutter und Judo-Trainerin. Doch man kann keine drei Rollen perfekt spielen", sagt Eickhoff. Sie hatte es versucht und ist daran erkrankt.

Wie sie in diese Negativ-Spirale geraten ist, erklärt sie sich mit ihrem eigenen Denken: "Zwei Lehren haben mich vom Judo her immer geprägt. Erstens: Suche den Fehler immer zuerst bei dir. Und zweitens: Keine Grenzen einhalten. Es geht immer noch besser." Diese Denkweise, die wohl viele erfolgreiche Profisportler verinnerlicht haben, machten Eickhoff zu schaffen. Und wie auch schon viele vor ihr, drohte sie an ihrem eigenen Perfektionismus zugrunde zu gehen. "Ich hatte niemanden, der mich bremst", sagt Eickhoff. Stattdessen trieb sie sich immer weiter an, wollte perfekt sein – als Judo-Trainerin, als Mutter, als Lehrerin.

Hört man Eickhoff erzählen, überrascht es nicht, dass sie lange Zeit nicht auf die Matte zurückkehren wollte. "Ich hatte viele Anfragen, aber ich habe abgelehnt." Seit sie im Jahr 2000 mit dem Sport aufhörte, glaubte Eickhoff, nicht mehr gut genug zu sein. "Ein guter Trainer sollte die Übungen auch richtig vormachen können", lautet ihre Meinung. Erst Wermuth schaffte es, sie zu überzeugen.

Doch bevor es so weit war, musste sie mit ihrem alten Leben brechen. Um sich von ihrer Depression zu erholen, kehrte sie dem Judo vollständig den Rücken, ließ sich scheiden und wurde vom Amtsarzt in Frühpension versetzt. Außerdem begab sie sich in therapeutische Behandlung.

Mit der Zeit ging es Eickhoff wieder besser. Und das merkt man ihr an, während sie mit den TuS-Judoka arbeitet. "Ich habe meinen Frieden mit dem Sport gemacht", sagt die ehemalige Weltmeisterin. Außerdem möchte sie ins Berufsleben zurückkehren. Und auch im Privaten laufe es wieder.

Ob sie zum Judo zurückkehrt, darüber ist sie sich noch nicht sicher. Beizeiten würde sie "eventuell" gern wieder trainieren, aber dabei solle der "spielerische" Aspekt im Vordergrund stehen.

Neben der eigenen Lust am Sport möchte Eickhoff ihr Wissen weitergeben. In welcher Form, das wisse sie noch nicht. Doch dass sie es immer noch kann, hat sie in Hermannsburg unter Beweis gestellt. "Sie ist super. Ihr Training ist sehr wettkampforientiert, weil sie weiß, was funktioniert", sagt die TuS-Judoka Jasmin Baars. Sie und die anderen Hermannsburger haben begeistert die Lehren der ehemaligen Weltmeisterin aufgesogen. Somit ist Eickhoff diesem Anspruch an sich mehr als gerecht geworden: Man sollte von jedem Trainer etwas lernen.

Aus der Celleschen Zeitung vom 18.01.2018 von Michael Ottinger geschrieben. www.cellesche-zeitung.de

 

Bundesliga Saison 2018

111buli2018 damen

Judo Damen gelingen 2 Siege in eigener Halle

Mit jeweils 5:2 werden in die Gegenerinnen vom JC Wermelskirchen und PSV Duisburg nach Hause geschickt.

 

 Alle Ergebnisse siehe HIER.

 

Bisherige Platzierungen

Saison 2017 3. Platz

Saison 2016 4. Platz

Saison 2015 4. Platz

Saison 2014 3. Platz

Saison 2013 7. Platz (1. Bundesliga - Abstieg in die 2. Bundesliga)

Saison 2012 6. Platz (1. Bundesliga)

Saison 2011 1. Platz (Aufstieg in die 1. Bundesliga)

Saison 2010 3. Platz

Saison 2009 5. Platz

Saison 2008 4. Platz

Saison 2007 2. Platz

Saison 2006 2. Platz

Saison 2005 2. Platz

Saison 2004 - 2001 Regionalliga

Saison 2000 8. Platz (1. Bundesliga - Rückzug und Neuaufbau in der Regionalliga)

Saison 1999 7. Platz (1. Bundesliga)

Saison 1998 1. Platz (Aufstieg in die 1. Bundesliga)

Saison 1997 2. Platz

Saison 1996 2. Platz

Saison 1995 4. Platz

Saison 1994 2. Platz